Unfallchirurgie

Fragen und Antworten


Wie verhalte ich mich nach einem Sturz/Unfall?

Stürze und Unfälle kommen im Alltag, bei der Arbeit, im Verkehr und beim Sport häufig vor. Zunächst gilt es, das verletzte Körperteil ruhig zu stellen. Als nächster Schritt hilft meist, eine Kältepackung oder Eis aufzulegen. Auch das Hochhalten oder Hochlagern lindert Schwellung und Schmerzen.
In jedem Fall ist eine Abklärung durch einen Unfallchirurgen sinnvoll. Eine übersehene oder zu spät behandelte Verletzung kann zu nicht mehr rückgängig zu machenden Behinderungen führen!

Muß in jedem Fall ein Röntgenbild angefertigt werden?

Die Entscheidung, ein Röntgenbild anzufertigen trifft der Unfallchirurg anhand von speziellen Kriterien. Zum ersten ist der Unfallmechanismus wichtig. Zum zweiten schaut der Unfallchirurg auf Fehlstellungen, Gelenkfunktion und Schwellung.
Nur wenn der Verdacht begründet ist, wird ein Röntgenbild notwendig, um einen Knochenbruch auszuschließen – und damit die schnelle und richtige Therapie einzuleiten.
Bitte beachten Sie, dass eine Röntgenaufnahme Knochenstrukturen darstellt und Gelenke beurteilen lässt. Auch Fremdkörper, welche von außen in den Körper eingedrungen sind, lassen sich darstellen. Nicht darstellbar sind Verletzungen an Muskeln, Bändern und Sehnen!

Welche Risiken birgt eine Operation?

Jede Eröffnung des Körpers, sei es durch eine Wunde oder auch durch eine Operation bedeutet zunächst eine Verletzung. Dadurch können Infektionen und Wundheilungsstörungen auftreten.
Jede Operation ist mit weniger oder mehr Schmerzen verbunden. Durch die neuen Narkoseformen und Schmerzmittel können allerdings diese Schmerzen vermindert werden. Informieren Sie Ihren Unfallchirurgen und auch den Narkosearzt über die Intensität der Schmerzen, damit die Dosierung angepasst werden kann.
Weitere Risiken entstehen abhängig davon, an welcher Stelle des Körpers die Verletzung aufgetreten ist. Zu erwähnen sind Verletzungen von Nerven und Gefäßen und auch das Risiko einer Thrombose.

Was ist eine Thrombose?

Insbesondere bei Verletzungen und Operationen an den Beinen muß man das Risiko einer Thrombose einkalkulieren.
Durch die Verletzung, die Schwellung und natürlich auch durch die Ruhigstellung ist der Blutkreislauf verlangsamt. Dadurch kann es zu einer Verklumpung (Gerinnung) von Blutkörperchen in den Gefäßen (meist in den Venen) kommen. Diese Verklumpung der Blutkörperchen können ein Blutgefäß verschließen, was man als Thrombose bezeichnet. Es kann sogar zu Abschwemmung eines solchen Blutgerinnsels in die Lunge oder das Gehirn kommen und dort einen Gefäßverschluß verursachen. Dies kann dann zu einem Infarkt mit lebensbedrohlichen Folgen führen.
Aus diesen Gründen wird bei Patienten mit einer Ruhigstellung am Bein regelmäßig eine Thromboseprophylaxe durchgeführt, um eine Thrombose zu verhindern.

Wie lange ist man nach einer Verletzung und Operation eingeschränkt?

Zunächst ist es entscheidend, welche Form von Verletzung vorliegt. Weiterhin von Bedeutung ist, welche Stelle des Körpers verletzt ist.
Knochenbrüche heilen je nach Lokalisation und Bruchform zwischen 4 und 8 Wochen. Bei Kindern heilen Knochenbrüche wesentlich schneller und meist unkomplizierter.
Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass durch die neuen Methoden in der Unfallchirurgie lange Ruhigstellungen im Gips vermieden werden können. Durch die neuen Platten- und Nagelsysteme kann häufig eine frühfunktionelle Nachbehandlung ermöglicht werden. Dadurch verringert sich die Zeit Einschränkungen erheblich. Reden Sie mit Ihrem Unfallchirurgen!

Wann kann ich wieder meinem Sport nachgehen?

Zunächst ist Bewegung immer gut. Es kann sein, dass jedoch direkt nach einem Unfall / einer Verletzung sportliche Belastung schädlich sein kann! Zunächst gilt es, dass verletzte Körperteil oder Gelenk ruhig zu halten. Nach der akuten Phase mit Schmerzen und Schwellung kann eventuell mit Bewegung begonnen werden. Erst nachdem die Bewegungen schmerzfrei sind, ist die höhere Belastung durch Sport sinnvoll. Bei Knochenbrüchen muß die Heilung durch ein Röntgenbild bestätigt werden, damit nicht ein neuer Bruch provoziert wird.

Welche Zeit braucht die Wunde zur Heilung?

Die Wundheilung unterliegt einem biologischen Zyklus. Unkomplizierte Wunden heilen zwischen 10 und 14 Tagen. Bei verunreinigten Wunden nach einem Sturz kann auch eine offene Wundheilung notwendig werden, welche deutlich länger dauert.
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Impfschutz gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) regelmäßig überprüft werden muß. Ein vollständiger Tetanusschutz hält etwa 10 Jahre an. Kontrollieren Sie den Impfstatus in Ihrem Impfbuch.

Was ist Physiotherapie?

Die Behandlung eines Unfallverletzten gliedert sich in drei Abschnitte:

1. Erkennen der Verletzung
2. Ruhigstellung und/oder operative Stabilisierung
3. Nachbehandlung und Mobilisation

Das Erkennen und die Therapie leitet Ihr Unfallchirurg ein. Hierzu stehen dem Unfallchirurgen verschiedene Optionen zur Verfügung.
Es kann jedoch notwendig werden, dass der Verletzte begleitende Übungen erhält, um möglich rasch wieder mobil wird. Diese Maßnahmen wurden früher als Krankengymnastik – heute als Physiotherapie bezeichnet. Es handelt sich um die Ergänzung der Therapie mit Kräftigung der Muskulatur, Gelenkmobilisationen und Koordinationsübungen.

Was ist ein Arbeitsunfall?

Ein Unfall, den ein Versicherter der gesetzlichen Unfallversicherungen (Berufsgenossenschaften, Unfallkassen) bei einer versicherten Tätigkeit, insbesondere bei Verrichtung einer abhängigen Arbeit oder auf dem Wege nach oder von der Arbeitsstätte (Wegeunfall) erleidet, ist ein Arbeitsunfall.
Auch Kinder in Kindergärten, sowie Schüler und Studenten sind auf dem Wege zur und von der Ausbildungsstätte versichert (§§ 548-555 RVO).
Die Unfallversicherungen ernennen Fachärzte für Chirurgie mit der Zusatzqualifikation Unfallchirurgie zu sogenannten "Durchgangsärzten". Diese D-Ärzte führen die Heilbehandlung von Arbeits- und Wegeunfällen durch.