Fragen und Antworten
Warum darf mein Kind vor der Operation nichts essen oder trinken?
Durch die Narkose werden neben dem Bewußtsein und dem Schmerzempfinden auch die Schutzreflexe (z.B. Schluck-, Würg- und Hustenreflex) ausgeschaltet. Es besteht die Gefahr, daß Mageninhalt in den Rachen gelangt, eingeatmet oder ungeschützt in die Luftwege gelangt und eine schwere Lungenentzündung hervorruft. Diese Gefahr ist um so größer, je größer der Mageninhalt ist, das heißt je kürzer die letzte Mahlzeit zurückliegt. Vor jeder Narkose sollten Sie daher im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit mindestens sechs Stunden keine Nahrung zu sich nehmen und mindestens vier Stunden (bei Kindern zwei Stunden) nichts mehr trinken. Auch ein Bonbon, ein Kaugummi und eine Zigarette erhöhen den Magensaftanteil und damit den Mageninhalt.
Bis sechs Stunden vor Ihrem Operationstermin darf Ihr Kind eine Kleinigkeit essen, bis vier Stunden vorher klare Flüssigkeit trinken.
Wie schnell wirkt die Narkose?
Die modernen Medikamente ermöglichen ein rasches und sanftes Hinübergleiten über einen schlafähnlichen Zustand in die Allgemeinanästhesie. Sowohl beim Einspritzen der Medikamente in den Infusionsschlauch als auch bei der Verabreichung der Narkosegase mit der Atemluft schlafen die Patienten nach etwa einer halben Minute tief und fest ein.
Wacht mein Kind während der Narkose wirklich nicht auf?
Nachdem der Patient eingeschlafen ist, überprüft der Anästhesist neben den lebenswichtigen Organfunktionen – wie Blutdruck, Herzschlagfolge oder Sauerstoffaufnahme im Gewebe – ständig die Narkosetiefe. Mit Hilfe der heute verfügbaren Überwachungsgeräte und Medikamente kann er sehr genau und rasch die Narkosetiefe steuern und vorzeitiges Erwachen verhindern. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass Ihr Kind während der Operation erwacht.
Wie stark werden die Schmerzen nach der OP sein?
Schmerzen nach der Operation sind nicht vollständig zu vermeiden, sie können aber heute auf ein erträgliches Maß begrenzt werden. Der Bedarf an Schmerzmitteln hängt vor allem von der durchgeführten Operation ab. Um Ihrem Kind und Ihnen die Zeit nach der Operation so angenehm wie möglich zu machen, wird bereits während des Eingriffs die Dosierung auf den erwarteten Bedarf abgestimmt. Nach der Operation kann die Behandlung jederzeit nach dem individuellen Zustand des Patienten angepasst werden. Wir informieren Sie gerne in einem persönlichen Gespräch genauer über Möglichkeiten adäquater moderner Therapie insbesondere unter Berücksichtigung regionaler / lokaler Anästhesieverfahren.
Kann es passieren, dass mein Kind nicht mehr aufwacht?
Die Narkose ist heute so sicher wie nie zuvor. Diese erfreuliche Tatsache ist vor allem der Entwicklung neuer Medikamente und besserer Überwachungsmöglichkeiten für die Funktionen der lebenswichtigen Organe zu verdanken. Dennoch können auch heute in seltenen Fällen lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. Das Risiko hierfür wird vor allem von den Begleiterkrankungen des Patienten und von der durchgeführten Operation bestimmt, weniger von der Narkose selbst. Für körperlich belastbare Patienten, die sich einem begrenzten Eingriff unterziehen müssen, ist es äußerst gering. Selbst schwere Organerkrankungen, die jedoch ausreichend und konsequent behandelt sind, stellen heutzutage keinen absoluten Hinderungsgrund für eine ambulante Anästhesie und Operation dar. Sprechen Sie gegebenenfalls hierüber mit unseren erfahrenen Anästhesisten auch unter Vermittlung Ihres Kinder- oder Hausarztes.
Ist meinem Kind nach der Operation übel?
Früher waren Übelkeit und Erbrechen nahezu unvermeidliche Folgen jeder Narkose. Die modernen Medikamente lösen die unangenehmen Nebenwirkungen wesentlich seltener aus, einige sind sogar zu ihrer Behandlung geeignet. Dennoch können wir leider auch heute noch keine Gewähr für eine Aufwachphase ohne Übelkeit geben. Häufigkeit und Ausprägung hängen von der persönlichen Veranlagung und der durchgeführten Operation ab. Bei bekannter Veranlagung können wir jedoch besondere vorbeugende Maßnahmen und Medikamente anwenden.
Wann darf mein Kind wieder essen und trinken?
Zu frühzeitige Zufuhr von Flüssigkeit und fester Nahrung nach einer Narkose kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Im Interesse Ihres Kindes sollten Sie daher mit dem Trinken warten, bis das betreuende Personal im Aufwachraum Sie dazu auffordert. Bei Operationen an den Bauchorganen sollten Sie sich an unsere individuellen Empfehlungen halten. Nach Regionalanästhesie dürfen Sie Ihrem Kind unmittelbar nach der Operation zu essen und zu trinken geben.
Wann ist mein Kind wieder richtig wach?
Die modernen Medikamente lassen eine sehr gute Steuerung der Anästhesiedauer zu. Schon wenige Minuten nach Ende der Operation ist Ihr Kind wieder "wach" im Sinne der Anästhesisten, das heißt, dass es selbst wieder ausreichend atmen kann, die Schutzreflexe zurückgekehrt sind und wir uns mit Ihrem Kind verständigen können. Es vergehen jedoch in Abhängigkeit von Dauer und Art der Operation noch mindestens 20 Minuten (gelegentlich auch mehr als eine Stunde), bis Ihr Kind der Umgebung wieder wache Aufmerksamkeit entgegenbringen kann.
Was kann ambulant operiert werden?
Das Thema ambulantes Operieren ist sehr komplex und nicht in einem Satz abzuhandeln. Wenn Sie wissen möchten, was konkret ambulant operiert werden kann, klicken Sie hier.
Wer kann mein Kind operieren, wie finde ich den richtigen Operateur im ZADC?
Alle im Zentrum chirurgisch, anästhesiologisch und operativ tätigen Fachärzte haben außer ihrer Gebietsbezeichnung als Facharzt eine zusätzliche Spezialisierung, die in mehreren Jahren an großen Krankenhäusern erworben wurde.
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