Anästhesie

Fragen und Antworten


Welche Voraussetzungen muss man vor einer ambulanten Operation erfüllen?

  • Der Patient darf nicht an schweren organischen Erkrankungen leiden, insbesondere nicht an bisher nicht ausreichend behandelten.
  • Der Patient darf keine akuten infektiösen Erkrankungen mit Fieber haben.
  • Der Patient muß die Empfehlungen für das Verhalten vor und nach der Operation in Narkose/Regionalanästhesie verstehen und befolgen.
  • Es muß ausreichende Betreuungsmöglichkeiten in der häuslichen Umgebung für die Zeit nach der Operation geben.

Was passiert vor dem Operations-Tag?

  • Voruntersuchung und Vorbesprechung für die Anästhesie und die Operation
  • Beurteilung der Eignung für eine ambulante Durchführung von Anästhesie und Operation
  • Besprechung der Verhaltensregeln für den Operationstag

Wie verläuft der Operations-Tag?

  • Der Patient muß nüchtern zum Operationstermin erscheinen.
  • Nach Eintreffen in der Praxis wird der Patient in den Aufwachraum-Bereich begleitet und für die Anästhesie und Operation vorbereitet.
  • Nach Anästhesie und Operationsvorbereitung beginnt die Operation, die je nach Eingriff unterschiedlich lange dauert.
  • Ist die Operation abgeschlossen, wird der Patient in den Aufwachraum gebracht. Dort wird er gegebenenfalls mehrere Stunden betreut, bis er sich so wohl fühlt, dass er nach Hause entlassen werden kann.
  • Für den Weg nach Hause sowie die häusliche Betreuung für den Rest des Tages und die Nacht nach der Operation muß eine Vertrauensperson den Patienten unterstützen.
  • Sollten Probleme auftauchen, ist das ZADC (Operateur/Anästhesist) 24 Stunden für Sie erreichbar.

Warum darf ich vor der Operation nichts essen oder trinken?

Durch die Narkose werden neben dem Bewußtsein und dem Schmerzempfinden auch die Schutzreflexe (z.B. Schluck-, Würg- und Hustenreflex) ausgeschaltet. Es besteht die Gefahr, daß Mageninhalt in den Rachen gelangt, eingeatmet oder ungeschützt in die Luftwege gelangt und eine schwere Lungenentzündung hervorruft. Diese Gefahr ist um so größer, je größer der Mageninhalt ist, das heißt je kürzer die letzte Mahlzeit zurückliegt. Vor jeder Narkose sollten Sie das heißtr im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit mindestens sechs Stunden keine Nahrung zu sich nehmen und mindestens vier Stunden (bei Kindern zwei Stunden) nicht mehr trinken. Auch ein Bonbon, ein Kaugummi und eine Zigarette erhöhen den Magensaftanteil und damit den Mageninhalt.

Bis 6 Stunden vor Ihrem Termin dürfen Sie eine Kleinigkeit essen, bis 4 Stunden vorher (Kinder 2 Stunden) klare Flüssigkeit trinken.

Wie schnell wirkt die Narkose?

Die modernen Medikamente ermöglichen ein rasches und sanftes Hinübergleiten über einen schlafähnlichen Zustand in die Allgemeinanästhesie. Sowohl beim Einspritzen der Medikamente in den Infusionsschlauch als auch bei der Verabreichung der Narkosegase mit der Atemluft schlafen sie nach etwa einer halben Minute tief und fest ein.

Wache ich während der Narkose wirklich nicht auf?

Nachdem Sie eingeschlafen sind, überprüft Ihr Anästhesist ständig neben den lebenswichtigen Organfunktionen (wie Blutdruck, Herzschlagfolge, Sauerstoffaufnahme im Gewebe) die Narkosetiefe. Mit Hilfe der heute verfügbaren Überwachungsgeräte und Medikamente kann er sehr genau und rasch die Narkosetiefe steuern und vorzeitiges Erwachen verhindern. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, dass Sie während der Operation wach werden.

Wie stark werden die Schmerzen nachher sein?

Schmerzen nach der Operation sind nicht vollständig zu vermeiden, sie können aber heute auf ein erträgliches Maß begrenzt werden. Der Bedarf an Schmerzmitteln hängt vor allem von der durchgeführten Opertion ab. Um Ihnen die Zeit nach der Operation so angenehm wie möglich zu machen, wird bereits während des Eingriffs die Dosierung auf den erwartenden Bedarf abgestimmt. Nach Ende der Operation kann die Behandlung jederzeit nach Ihrem individuellen Bedarf verändert werden. Wir informieren Sie gerne in einem persönlichen Gespräch genauer über Möglichkeiten adäquater moderner Therapie insbesondere unter Berücksichtigung regionaler/lokaler Anästhesieverfahren.

Kann es passieren, dass ich nicht mehr aufwache?

Die Narkose ist heute so sicher wie nie zuvor. Diese Tatsache ist vor allem der Entwicklung neuer Medikamente und besserer Überwachungsmöglichkeiten für die Funktion der lebenswichtigen Organe zu verdanken. Dennoch können auch heute in seltenen Fällen lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. Das Risiko hierfür wird vor allem von den Begleiterkrankungen des Patienten und von der durchgeführten Operation bestimmt, weniger von der Narkose selbst. Für körperlich belastbare Patienten, die sich einem begrenzten Eingriff unterziehen müssen, ist es äußerst gering. Selbst schwere Organerkrankungen die jedoch ausreichend und konsequent behandelt sind, stellen heutzutage keinen absoluten Hinderungsgrund für eine ambulante Anästhesie und Operation dar. Sprechen Sie hierüber mit Dr. Lambert oder Dr. Lorenz.

Ist mir nach der Operation übel?

Früher waren Übelkeit und Erbrechen nahezu unvermeidliche Folgen jeder Narkose. Die modernen Medikamente lösen die unangenehmen Nebenwirkungen wesentlich seltener aus, einige sind sogar zu ihrer Behandlung geeignet. Dennnoch können wir leider auch heute noch keine Gewähr für eine Aufwachphase ohne Übelkeit geben. Häufigkeit und Ausprägung hängen von der persönlichen Veranlagung und der durchgeführten Operation ab. Bei bekannter Veranlagung können wir jedoch besondere vorbeugende Maßnahmen und Medikamente anwenden.

Wann darf ich wieder essen und trinken?

Zu frühzeitige Zufuhr von Flüssigkeit und fester Nahrung nach einer Narkose kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Im eigenen Interesse sollten Sie daher mit dem Trinken warten, bis das betreuende Personal im Aufwachraum Sie dazu auffordert. Bei Operationen an den Bauchorganen sollten Sie sich an unsere individuellen Empfehlungen halten. Nach Regionalanästhesie dürfen Sie unmittelbar nach der Operation (Getränke vorhanden, Essen bitte mitbringen) essen und trinken.

Wann bin ich wieder richtig wach?

Die modernen Medikamente lassen eine sehr gute Steuerung der Anästhesiedauer zu. Schon wenige Minuten nach Ende der Operation sind Sie das heißt wieder „wach“ im Sinne der Anästhesisten. Das heißt, daß sie selbst wieder ausreichend atmen können, ihre Schutzreflexe zurückgekehrt sind und wir uns mit Ihnen verständigen können. Bis Sie Ihrer Umgebung wieder wache Aufmerksamkeit entgegenbringen und sich für Aktivitäten wie Lesen, Fernsehen u. ä. interessieren, vergehen jedoch in Abhängigkeit von Art und Dauer der Operation mindestens 20 Minuten, gelegentlich auch mehr als eine Stunde. Diese Zeitspanne ist auch von der Art und Dosis der Schmerzmittel abhängig, die Sie nach der Operation benötigen. Richtig "wach" sind Sie vor Ihrem Nachhauseweg. Dennoch benötigen Sie dafür eine Begleitperson. Ansonsten organisieren wir ein Transport mit einem Taxi oder dem Deutschen Roten Kreuz bzw. Malteser Hilfsdienst.

Wer kann mich operieren, wie finde ich den richtigen Operateur im ZADC?

Alle im Zentrum chirurgisch, anästhesiologisch und operativ tätigen Fachärzte haben außer ihrer Gebietsbezeichnung als Facharzt eine zusätzliche Spezialisierung, die in mehreren Jahren an großen Krankenhäusern erworben wurde.
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